
Sven Sander (39) trainiert die Rhetorikkünste von Managern. Er rät, bestimmte Standardfloskeln zu lernen. FOTO: MATTHIAS JÜSCHKE
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ZUR PERSON
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Sven Sander (39) ist seit 2003 selbständi-ger Unternehmensbe-rater im Bereich Management- und Personaltraining, spezialisiert auf Schlagfertigkeit und Rhetorik; seine nächsten Hamburger Seminare finden am 12. August und 10. September statt (Info: www.sander-consulting.org). Schon 1997 machte er die Beratung zu seiner Profession – im Nebenberuf. Haupt-beruflich war Sander als Geschäftsbereichs-leiter
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Service der PNE AG und Geschäftsführer der PNE GmbH im Bereich Neue Energie aktiv. Nach seinem Abitur 1985 hatte der gebürtige Kieler eine Ausbil-dung zum Industrie-kaufmann absolviert. 1987 startete er als Trainee bei Philips, studierte parallel drei Jahre an der Philips Human Research Academy im nieder-ländischen Eind-hoven. Nach Tätig-keiten als Service-Einsatzleiter
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und Vertriebsleiter für Service-Dienst-leistungen wurde Sander bei Philips 1995 Service Logistik Manager für Deutschland und Osteuropa. Berufs-begleitend absolvierte er zahlreiche Weiter-bildungen, unter anderem in den Bereichen Kommuni-kation, Motivations- und Führungskräfte-training. Sven Sander lebt mit seiner Lebensgefährtin in Cuxhaven, ist Triathlet und spielt gern Squash. (apa)
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Schlagfertigkeit kann man lernen, meint der Cux-havener Rhetorik-Trainer.
Abendblatt:
Sind schlagfertige Menschen erfolgreicher?
Sander:
Wer seine Meinung besser verkaufen kann – und dazu gehört in jedem Fall, kommunikativ und schlagfertig zu sein – hat auch im Job mehr Erfolg.
Abendblatt:
Wie definieren Sie Schlagfertigkeit?
Sander:
Das ist die Königs-disziplin der Kommunikation, der Fertigkeit, verschiedene Techniken der Kommunikation zu erkennen und situationsbezogen einzusetzen. Erstens: die Erwiderungsfertigkeit. Das ist die Reaktion auf Verbal-attacken oder so genannte Sitz-ungsquerschläger. Zweitens: Witz-fertigkeit. Sie erreicht man etwa mit dem Stilmittel der Übertreibung, gut geeignet für den Smalltalk. Und drittens die Diskussionsfertigkeit. Sie ist wich-tig für Situationen, in denen ich meinen Standpunkt deutlich machen und überzeugen möchte.
Abendblatt:
Kann man Schlagfertigkeit lernen?
Sander:
Sicher. Man muss dafür eine Art Grammatik der Schlag-fertigkeit zur Verfügung haben. Sie funktioniert wie die Grammatik der Sprache: Wir sind in der Lage, sie intuitiv anzuwenden, oft ohne die dazugehörigen regeln zu kennen. Niemand wird von heute auf morgen schlagfertig, nur weil er ein entsprechendes Seminar besucht hat. Aber dort lernt man die Grammatik und Werkzeuge, um das Unterbewusstsein seines Ge-genübers zu erreichen und um Angriffe schnell zu analysieren. Anschließend muss man üben. Das kann man spielerisch tun, zum Beispiel im Bekanntenkreis, quasi als Gesellschaftsspiel „Greif mich an“. So lernt man, schnell zu beurteilen: Was ist das für ein Angriff? Trifft er zu? Ist er persönlich, sachlich oder nur neckisch?
Abendblatt:
Was enthält die
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Grammatik der Schlagfertig-keit?
Sander:
In jedes Menschen Umfeld gibt es Situationen, mit denen er immer wieder konfrontiert wird. Dort kann man Standard-antworten entwickeln. Eine Tech-nik ist zum Beispiel die unerwartete Zustimmung. Sie eignet sich gut für persönliche Angriffe. Damit ver-meidet man, sich in die Recht-fertigungsschiene zu bringen. Bestes Beispiel ist Klaus Wowereit: „Ich bin schwul, und das ist gut so.“ Er hat seine Grundhaltung klar gemacht und gleichzeitig verdeutlicht, dass er die Werte und Normen anderer nicht annimmt. Er hat potenziellen Gegnern die Zielscheibe entzogen!
Abendblatt:
Grammatik ler-nen, wirkt das wirklich?
Sander:
Ja, wenn man sich die Satzanfänge einprägt, „Was ver-stehen Sie unter…“ Wenn sie unter xy verstehen, dass..“ Dann funk-tioniert das auch in der jeweiligen Situation. Andere Methode: Man legt sich Standardantworten auf wiederkehrende Bemerkungen zu-recht. Etwa: „Du bist ja ganz schön unzuverlässig.“ – „Dann passen wir ja gut zusammen.“ Man darf sich am Anfang nur nicht zu viel vornehmen, genau wie beim Sport.
Abendblatt:
Was wäre die passende Reaktion auf „Ach, schon wieder zu spät...“?
Sander:
„Ja, dafür bleibe ich heute Abend länger.“ Oder man reagiert mit einer Gegenfrage: „Was verstehen Sie unter zu spät?“ Nur eines sollte man nicht tun, eine Erklärung geben. „Der Bus war zu spät.“ – das glaubt sowieso keiner. Wir sind viel zu oft geneigt, uns zu rechtfertigen, wenn wir ungerecht-fertigt angegriffen werden. Andere Vorwürfe kann man als Etiketten-vorwürfe bezeichnen: „Sie sind ganz schön arrogant.“ Antwort: „ Wenn Sie unter arrogant verstehen, dass ich selbstbewusst bin, haben Sie Recht.“ Und verstärken kann man seine Aussage, wenn man den Namen des Gegenübers anfügt, das klingt absolut souverän.
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